Seit 26 Jahren schreibe ich jedes Jahr meine persönlichen Gedanken zum ablaufenden Jahr nieder und teile diese gerne mit Ihnen. Es sind Gedanken zu Erlebnissen beruflicher und privater Art, welche mich nun in diesen rückblickenden Tagen beschäftigen. Gehen Sie wieder mit mir auf meine Gedankenreise?! Danke!

Beginnen möchte ich mit einer Frage:

Corona oder Pest – Was ist eigentlich schlimmer (gewesen) ?

Dieses „dämliche“ Virus hält unser gesellschaftliches Leben nicht nur in Atem, sondern erstickt es sprichwörtlich. Wenn ich mit meinem Team das Jahr 2021 nun rückwirkend betrachte, dann sprechen wir über verstorbene Kunden, über schwer erkrankte aber auch zum Glück sehr viele wieder genesene Kunden. Wir alle kennen die Pest: Wir leben natürlich inzwischen viele Jahre danach, aber man sollte sich einmal klar machen, wie und wie viele Jahre diese tödliche Erkrankung unsere Vorfahren beschäftigt hat – nämlich Jahrzehnte…

Oder aber – diese Grippe wird ja häufig als Vergleich genannt – die spanische Grippe: Was war das eigentlich und wie war die Bevölkerung betroffen? Über mehr als drei Jahre wurde das Leben lahmgelegt – oder man ist verstorben…

Was möchte ich damit sagen? Und das finde ich ganz wichtig und habe das gerade auch noch einmal in unserem (jungen) Team gesagt: „Wir kennen es gar nicht mehr, das Kriege oder Krankheiten unser Leben bestimmen. Denn wir sind die ersten ein, zwei Generationen, die ohne Kriege oder größere Krankheiten in Frieden leben dürfen. Ist uns das eigentlich bewusst?!“ Unsere Eltern, Großeltern und Vorfahren haben in Ihrem Leben immer Kriege oder unter Herrschaftsverhältnissen leben müssen, wodurch sie immer wieder meist Ihres ganzen Besitzes beraubt wurden. Und das seit Jahrhunderten… Ja, uns ging es bis zum Ausbruch dieser Pandemie wirklich gut!!

Nun wird uns ein bisschen seit gut zwei Jahren an freier Bewegung genommen, vorgeschrieben, dass wir eine Maske tragen müssen. Warum? Damit möglichst wenige durch den Virus zu Schaden oder zu Tode kommen – und dazu wir selber auch geschützt sind. Und da fühlen sich manche schon Ihrer Freiheit beraubt… Ich frage mich oft, in welcher „Wohlstandsgesellschaft“ ich groß geworden bin, die so wenig dankbar ist…

Wie habe ich das vergangene Jahr beruflich erlebt?

2021 begann mit Kontaktverboten, geschlossenen Büros und viel Betreuung nur über Telefon und Videositzungen. Natürlich waren mein Team und ich besorgt, wie die Zukunft sein würde: würde es wieder einen absoluten Lockdown geben? Werden wir für unsere Kunden überflüssig und man vertraut uns nicht mehr, sondern lieber dem Internet? Ja, wir waren wirklich besorgt und wenn wir jetzt zurückschauen? Danke an alle, die uns die Treue gehalten haben! Danke für Ihr Verständnis, da wir sicherlich auch nicht immer so erreichbar waren, wie sonst.

Wir haben in diesem Jahr trotz aller Widrigkeiten sehr viele Besuche bei Ihnen zu Hause oder in den Firmen machen dürfen und können. Der persönliche Kontakt zu Ihnen ist immer noch das wichtigste Kriterium, um auch persönlich und individuell beraten und betreuen zu können.

Und dann kam „Bernd“!

Am 14.07.21 saß ich morgens in der AXA Hauptverwaltung in Köln. Tagungen sind nicht immer interessant und so schaute ich nachdenklich nach draußen auf den schönen Teich innerhalb des Geländes und fragte mich so im Hinterkopf: Kann der eigentlich überlaufen? Nichts ahnend, dass wenige Stunden später eine der größten Naturkatastrophen Deutschlands im Ahrtal geschehen würde… (Heute wissen wir auch, dass es das teuerste Katastrophenereignis der deutschen Versicherungswirtschaft war). Ich bin nun seit über 30 Jahren in und für diesen Konzern tätig: Ich habe noch nie gesehen, dass er so unkompliziert, schnell und unbürokratisch Abläufe geändert, vor Ort Soforthilfen gezahlt und auch sonst Schäden versucht hat, regulierend zu steuern. Allein die Einrichtung eines Sonderfonds von 10 Mio Euro von unserer Konzernleitung für alle die, auch wenn nicht versichert, die nun Ihre Existenz verloren haben oder drohten zu verlieren, war für mich ein überraschendes, schönes Erlebnis. Auch die deutschlandweite Hilfsbereitschaft hat mich überrascht. Sie auch? Wir sind anscheinend doch nicht nur ein Volk der Egoisten…

Aber nach diesen schnellen, tollen Erlebnissen kam natürlich auch die nüchterne Erkenntnis: Regulierungen zusagen und sofortige Hilfen finanzieller Art helfen wiederum nicht, Handwerker und Material zum Wiederaufbau zu bekommen. So habe ich heute immer noch zwei, drei geschädigte Kunden, die unter nicht so guten Handwerkerleistungen leiden müssen und vielleicht Weihnachten noch nicht wieder in Ihrem Heim feiern können. Das macht mich wiederum auch traurig.

Was haben wir uns für 2022 vorgenommen?

Ein kurzer Ausblick in die Zukunft: In der jüngsten Vergangenheit haben wir immer mehr mit unseren Kunden auch über Kapitalanlagen gesprochen. Schnell war mir klar, dass das Wissen, wie man vernünftig und risikobewusst sein Geld anlegen kann nicht groß ist. „Feierabend“ damit! Somit werden wir einen monatlichen Talk einrichten, bei dem wir mindestens einmal im Monat ein Thema besprechen / erklären und uns über Kapitalanlagen austauschen können.

Dazu wird unser Team dadurch verstärkt, dass unser noch Auszubildender Niklas Landskron nach bestandener Abschlussprüfung ab Mitte Januar in den Außendienst gehen wird. Wir freuen uns schon alle auf die Verstärkung!

Was erwartet uns Weihnachten 2021 ?

Es werden wieder Tage, die „zwangsweise“ besinnlich werden, da teilweise vorgeschriebene und in unserer Familie auch freiwillige Kontaktverbote die Weihnachtstage bestimmen werden. Zu Hause unterm Baum mit der engsten Familie. Aber auch dieses Jahr werden wir wieder das beste daraus machen und dankbar sein, dass wir zumindest gesund und im eigenen Heim uns trockenen Fußes bewegen können. Viele Menschen im Ahrtal und auch in unseren Regionen können das nicht unbedingt sagen.

Was ist für Sie eigentlich Weihnachten? Wie werden Sie dieses Jahr Weihnachten feiern?

„Weihnachten ist, wenn die besten Geschenke am Tisch sitzen

und nicht unterm Baum liegen!“

Das ist genau mein Spruch! Genau meine Vorstellung von Weihnachten! Wir können uns sicherlich wochenlang Gedanken über die tollsten Geschenke machen, viel Geld ausgeben für Dinge, mit denen wir uns vielleicht kurzfristig Freude beim anderen „erkaufen“… Aber ist es eigentlich nicht einfach das Schönste, miteinander zu Essen, ein gutes Glas Wein zu trinken und zu wissen, dass wir uns haben?! Brauchen wir unbedingt ein teures Geschenk vom anderen um zu wissen, dass er mich mag?

Als ich über diese Frage noch einmal nachdachte fragte ich mich auch, warum wir uns sowieso etwas zu Weihnachten schenken… Hätten Sie -wie ich auch- an die Heiligen Drei Könige und ihre Geschenke als Vorbild gedacht? Falsch…

Dass in Deutschland heute Weihnachtsgeschenke unterm Baum liegen, gehe unter anderem auf Martin Luther (1483-1546) zurück. Luther wollte eigentlich gänzlich dem Schenken absagen. Dazu muss man aber wissen, dass man „früher“ nicht an Weihnachten, sondern am heutigen Nikolaus schenkte… Egal ob Sie nun Katholik, Protestant oder beides nicht sind: Hier lernen Sie sicherlich Neues zum Thema „Weihnachten – Tannenbaum -Geschenke“ in der reformatorischen Zeit…!
Heute ist leider das Schenken zur Routine geworden: Es werden dabei manchmal auch jegliche Grenzen vergessen. Friedrich Nietzsche (1844-1900) sagte einmal: »Es ist das Vorrecht der Größe, mit geringen Gaben hoch zu beglücken.«“ Geschenke sollten Sie nicht am geldwerten Vorteil messen!

Nun soll Schluss sein mit Philosophie und meinen persönlichen Gedanken dazu. Aber: Weihnachten -so sagt man- ist „das Fest der Liebe!“. Liebe zeigt man nicht durch dolle Geschenke, sondern durch Taten dem anderen gegenüber – siehe oben!

Ich wünschen Ihnen nun ein paar besinnliche Weihnachtstage, in denen Sie Ihre Liebsten hoffentlich sehen und treffen können, die an Ihrem oder Sie an deren Tisch sitzen und speisen können.

Ich wünsche mir, dass Sie uns auch 2022 die Türen wieder öffnen und genauso offen wie in den letzten Jahren unserer Betreuung und Beratung vertrauen.

Frohe Weihnachten, einen Guten Rutsch – und bleiben Sie gesund!

Ihr

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