Heute befasse ich mich mit dem System „Schadenfreiheitsrabatt“, welches aber die meisten Kunden nennen „ich fahre auf 30%“ … Kennen wir doch, oder?! Vier Aspekte möchte ich aber nun näher beleuchten, damit es Ihnen, lieber Leser, einmal verständlich wird, warum es das System gibt, wie es funktioniert und warum Sie durch dieses System eventuell doch viel mehr Beitrag bezahlen, obwohl Sie jedes Jahr -clever, clever- eine niedrigere Prämie sich erbitten und vielleicht sogar bekommen haben… Halten Sie also bis zum Ende des Beitrages durch, wenn es Sie interessiert !

Erste Grundvoraussetzung zum Verständnis: Das Schadenfreiheitsrabattsystem ist ein (großer) Teil der Beitragsermittlung, was man für seine Kraftfahrzeugversicherung bezahlen muss. Je länger schadenfrei (ausgedrückt durch „schadenfreie Jahre – kurz: SF Klasse), desto niedriger der Beitragssatz. Denn jeder SF Klasse ist ein Prozentsatz zugeordnet: Z.B.  SF1 = 60% .

Zweite Grundvoraussetzung zum Verständnis: Wenn ich natürlich der Versicherung einen Schaden einreiche und / oder diese einen begleichen muss, dann werde ich wieder „zurückgestuft“ auf eine höhere SF Klasse. Egal ob ein EUR oder 1 Millionen EUR Schadenzahlung!

Dritte Grundvoraussetzung zum Verständnis: Ein Vertrag = ein Schadenfreiheitsrabatt! Oder anders: fahre ich auf SF5 mit meinem PKW und kaufe mir einen zweiten, dann fange ich – da ein weiterer Vertrag – wieder von vorne an (SF0 = 0 schadenfreie Jahre). Wie die meisten aber schon wissen, gibt es hier gesondert geregelte Möglichkeiten, wie man bei einem Zweitfahrzeug eingestuft werden kann. Und auch wichtig: das regeln die Versicherer sehr unterschiedlich!!

Vierte Grundvoraussetzung oder Klärung zum Verständnis: Ein Auto kostete vor zwanzig Jahren deutlich weniger als heute, oder? Die Reparatur eines Autos, ob Schaden oder Inspektion, kostete auch deutlich weniger als heute, oder? Die Entwicklung der Preise geht auch in die Richtung „teurer“ weiter, oder? Nun die große Preisfrage: Warum soll Ihre Kfz Versicherung aber jedes Jahr billiger werden (können)?! und wenn Sie jetzt nur zwei Sekunden einmal nachdenken, dann werden Sie erkennen, dass Ihr Versicherer das Geld sich auf andere Weise wieder hereinholen muss. Denn:

Versicherung ist nichts anderes als Schadenaufwendungen zzgl. Kosten durch Anzahl gleichartiger, versicherter Risiken.

Ok, das haben wir als Grundverständnis hoffentlich geklärt. Nun:

Warum das SFR System ?

Ich denke, hier sind wir einer Meinung. Derjenige, der keine Schäden verursacht und er viele Jahre keine Unfälle gebaut hat, der soll weniger bezahlen als der- oder diejenige- die einen oder mehrere Schäden gebaut hat. Oder? Daher ist dieses System vor vielen, vielen Jahren auch einmal eingeführt worden. Bis in die siebziger Jahre begann man mit SF0=100% als höchste Stufe und man konnte maximal SF10=30% erreichen. Moment?! SF10=30% – heute geht es doch bis SF35=30%…?!  Naja, da fällt doch schon einmal eine „kleine“ Änderung auf, oder…?!!

Wie funktioniert das SFR System ?

Eigentlich ganz einfach…

  • Schließt man zum ersten mal in seinem Leben eine neue Kfz Versicherung ab, dann startet man in der SF Klasse 0.
  • Besitzt man aber schon mindestens den Führerschein seit drei Jahren, dann erkennt der Versicherer ein halbes Jahr Fahrpraxis ohne Nachweis an und man wird direkt mit der SF Klasse 1/2 eingestuft.
  • Das gleiche gilt aber auch für den sogenannten Zweitwagen (darunter versteht man jeglichen weiter neu abgeschlossen Kfz Versicherungsvertrag bei der gleichen Gesellschaft): auch hier darf man meist direkt mit SF 1/2  starten.

Alle weiteren Konstellationen möchte ich hier nicht erläutern, da diese von jedem Versicherer anders geregelt werden können. Auch wenn sich grundlegende Verhaltensweisen und Einstufungen sich immer wieder „zufälligerweise“ gleich darstellen, kann ich dieses als grundsätzliche Einstufungsmöglichkeiten hier nicht aussagen. Daher verweise ich einfach nur auf die Beratung durch uns persönliche Vermittler. Denn wir kennen unsere Gesellschaften und die individuellen Möglichkeiten…(Für die „Internetvergleicher“ zur Kenntnis: Wenn Ihnen der Vermittler eine SF Klasse zur Einstufung oder einen Preis genannt hat, sollten Sie diesen nicht für Vergleiche nutzen! Denn der personale Vertrieb hat meist andere Möglichkeiten was Einstufung und Rabattierung angeht…!!)

Nun zum eigentlichen „wie es funktioniert“: Einstufung habe ich oben erläutert; nun geht es wie weiter?! Ganz einfach: Jedes Jahr wird geschaut, ob sie schadenfrei waren, sechs Monate Versicherungsschutz bestand und dann kommt man in der SF Klasse eine Stufe höher (z.B. von SF1 in SF2) und somit greift die neue Prozentzahl, die dieser -nun neuen- SF Klasse zu Grunde liegt. SF1 = 60%, SF2 =55% . Also zahlt man zukünftig (theoretisch) 5% weniger.

Das ist nun klar, oder?

Nun ein Schaden…

Nun kommt die Frage, was passiert wenn sie einen Schaden haben? Ganz einfach: Man wird zurückgestuft. Von z.B. SF 10 nach… – und genau das ist der springende Punkt oder hüpfende Komma…: Hier unterscheidet sich die Historie oder heute auch die Versicherer: Grundlage der Rückstufung ist das persönlich aktuell zu Grunde liegende Bedingungswerk! Zum Beispiel wurden Sie 1996 von SF16 auf SF14 zurückgestuft. Wenn Sie es heute bis SF16 geschafft haben, dann würden Sie z.B auf SF8 , bei zwei Schäden sogar auf SF2 zurückgestuft. Somit müsste Ihnen gerade etwas klar geworden sein, oder?! Der Versicherer holt sich den notwendigen Ausgleich seiner höheren Schadenkosten über die Beiträge zurück – und zwar von denen, die nur einen Euro Schadenaufwand einreichen!

Und jetzt die wesentlichste Aussage dieses Beitrages:

Wenn ich meinen Versicherer oder Betreuer anrufe und nach „einem neuen Beitrag“ frage, dann berechnet er den neuen Tarif?!? Und das heißt somit nichts anderes, dass Sie nun das neue Bedingungswerk erhalten werden. Und in diesem ändert sich u.a. allermeist auch das SFR System …

Jedes Jahr wird u.a. die Rückstufung in Schadenfällen angepasst. Somit zahlen Sie ein vielfaches über die Jahre mehr, wenn Sie bei Tarifumstellung das neue Bedingungswerk erhalten und Sie jemals einen Schaden haben. So bekommen die Versicherer die notwendigen Beitragseinnahmen von Ihnen zurück – über viele Jahre…

Ausweg:?!: Bei Anfrage nach einem neuen Beitrag für Ihr Kfz machen Sie doch einmal eine konkrete Anfrage gemäß diesem Wortlaut: „Gibt es bei ihrem jetzigen Angebot irgendeine negative Veränderung zu dem bisherigen Versicherungsschutz?“

Wenn der Berater „Nein“ sagt, dann lassen Sie sich das bitte schriftlich bestätigen…

Wenn „Ja“ – Hut ab! Denn der normale Verbraucher will bezüglich seiner Kfz Versicherung meiner Ansicht nach betrogen werden, weil er nur noch auf den Preis schaut. Und das ist einfach nur falsch. Preis – Leistung soll der Weg sein. Was trage ich selber als Risiko und was möchte ich abgeben und dafür auch meine Prämie zahlen?!

Teuer – trotz billig !?!

Ich versuche noch einmal das Gesagte mit anderen Gedanken zusammenzufassen:

  1. Der Schadenaufwand für Kfz Schäden steigt nachgewiesenermaßen kontinuierlich.
  2. Ein Versicherer legt diese Schäden rund um das Kfz auf seine Kunden um.
  3. Unter anderem regelt das SFR System in der Kfz Versicherung wer welchen Beitrag für sein Kfz zahlen muss und wieweit er nach einem Schaden zurückgestuft wird.
  4. Somit braucht der Versicherer nur intelligent die Rückstufung nach einem Schadenfall jährlich neu regeln, damit er von diesem Kunden statistisch „seinen“ Schaden schneller wieder hereinbekommt…
  5. Ich brauche im Internet für die Schnäppchenjäger zum Beispiel nur schreiben: “ Marderschäden versichert“ – ihr Vermittler erklärt Ihnen aber dann hoffentlich, dass es zwischen einem Internettarif „Marderschäden versichert“ und dem Folgeschaden in der Teilkaskoversicherung „inklusive Folgeschaden mitversichert“ schnell mal bis zu 18.000 EUR Schadenleistung liegen können…?! – ohne SFR Belastung zusätzlich!

Das Thema könnte ich irrsinnig weiter ausführen. Das mache ich auch sehr gerne -persönlich-; wofür es den untenstehenden Button z.B. gibt.

Ansonsten geht es in den kommenden Tagen im Netz mit dem BereichInternet oder persönliche Betreuung – Vor- und Nachteile!?!weiter. Sind Sie dabei?!

LG

Ihr

Markus Schmitz

 

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